Freitag, 26. Juli 2013

Ein kleiner Auszug aus einem Lebenslauf ...







Heute möchte ich euch eine Lyrikerin vorstellen ,die mich mit ihrer Geschichte sehr beeindruckt hat. Sie lässt sich einreihen neben Kästner ,Tucholsky oder auch Ringelnatz.
 Zu ihrer Person ; ihr Name ist Mascha Kaleko, geboren am 07. Juni 1907 als Tochter jüdischer Eltern in Galizien. 1933 begann ihre Laufbahn mit einem Büchlein "Lyrisches Stenogrammheft".

Bis dahin lebte sie in Berlin. Sie emigrierte nach Amerika (1938) und siedelte 1966 über nach Israel.
1975 starb sie in Zürich. Irgendwie wurde sie entwurzelt und fand nie so etwas wie eine Heimat ;
 ihre häufigen Umsiedelungen oder eher ihr Leben im Exil bot ihr lediglich eine Möglichkeit des Überlebens .

Mascha Kaleko verlor nicht nur ihren Sohn, sondern auch ihren zweiten Ehemann Chemjo Vinaver. In späteren Gedichten liest man ihre Trauer und auch ihren Wehmut ,der aus ihrer Geschichte hervorgeht.
Nach dem Tod ihres Mannes hatte sich Mascha nur noch einer jüdischen Gemeinschaft zugehörig gefühlt. Im Herbst 1974 hatte sie noch ein wenig Hoffnung auf ein sinnvolles Leben als sie in Berlin ihren letzten Vortragsabend hielt. Dort kannte man Mascha Kaleko noch und verehrte sie. Doch der Tod machte ihr einen Strich durch die Rechnung , sie starb in Zürich ( ihrer Emigrantenstadt) am 21.Januar 1975 .
Sie wurde in einem schmucklosen ,einfachen Holzsarg beigesetzt, einzig der Kantor intonierte die rituellen Gesänge ihres Volkes. 

Blatt im Wind 

"Laß mich das Pochen deines Herzens spüren,
dass ich nicht höre,wie das meine schlägt.
Tu vor mir auf all die geheimen Türen,
da sich ein Riegel vor die meinen legt.

Ich kann es , Liebster, nicht im Wort bekennen,

und meine Tränen bleiben ungeweint ,
die Macht ,die uns von Anbeginn vereint ,
wird uns am letzten aller Tage trennen.

All mein Schmerz ertränke ich in Küssen.

All mein Geheimnis trag ich wie ein Kind .
Ich bin ein Blatt ,zu früh vom Baum gerissen

Ob alle Liebenden so einsam sind ?"


Ich werde ab und zu mal ein neues Gedicht von dieser beeindruckenden Frau hier veröffentlichen . Obiges Gedicht stammt aus dem Buch "In meinen Träumen läutet es Sturm " von Gisela Zoch-Westphal herausgegeben . 







An mein Kind 

"Dir will ich meines Liebsten Augen geben
und seiner Seele flammenreines Glühn .
Ein Träumer wirst du sein und dennoch kühn
verschlossene Tore aus den Angeln heben ...

...Du bist, vergiss es nicht , von jenem Baume, 
der ewig zweigte und keine Wurzeln schlug .
Der Freiheit Fackel leuchtet uns im Traume-
bewahr den Tropfen Öl im alten Krug " 

ein Auszug aus einem Gedicht von Mascha Kaleko.