Mittwoch, 21. August 2013

Vom Sinn und Unsinn des menschlichen Seins Teil 2

Ich möchte anknüpfen an meinen vorigen Beitrag, indem schon viele gute Ansätze zusammengekommen sind. Bei meiner Recherche bin ich nun über einen Autor gestolpert ,der eigentlich aus der Rechtsphilosophie entsprungen ist ; Paul Tiedemann. Mit seinem Buch "Über den Sinn des Lebens" ,wandte er sich ab von seinem juristischen Vorhaben und stieg immer tiefer in diese Thematik der Sinnfindung ein.
Wie der Sinn des Lebens zur Frage wird.

er schreibt :Nehmen wir an, es gäbe in der Tiefsee Fische, dieVerstand und Bewusstsein wie Menschen hätten. Hätten diese Fische auch ein Bewußtsein von dem Wasser in dem sie leben? Gewiss nicht .Denn um Bewußtsein von Etwas haben zu können, muß man über die Erfahrung der Abwesenheit dieses Etwas verfügen; man muß zur Unterscheidung fähig sein. Die Fische der Tiefsee haben keine Erfahrung von ihrer Umgebung ,die nicht aus Wasser besteht. Sie können daher kein Bewußtsein von Wasser haben. (Begriff)


Ebenso kann es sich mit dem Sinn des Lebens verhalten. Menschen ,die ein sinnvolles Leben führen ,brauchen nicht die geringste Vorstellung davon zu haben , was der Sinn ihres Lebens sei. Erst wenn sie die Erfahrung der Sinnleere oder jedenfalls der Fragwürdigkeit dessen spüren ,was bisher der Sinn ihres Lebens war, sind sie überhaupt in der Lage, den Lebenssinn zum Objekt ihres Nachfragens zu machen. Wer einen Begriff von Lebenssinn hat,muß bereits eine Sinnkrise erlebt haben ; andernfalls weiß er nicht wovon die Rede ist. 
 Mir fällt an dieser Stelle der Satz ein :"Was ich nicht weiß ,macht mich nicht heiß!"  Ok ,nun wieder weiter. Desweiteren schreibt er :

 die Sinnfrage setzt Enttäuschung vorraus. 

Anlaß zur Reflexion gibt es erst, wenn die Beziehung zur Welt ihre Zweifellosigkeit verliert. Das ist der Fall, sobald unser Umgang mit der Welt zu Enttäuschungen führt, die im Rahmen des gegebenen Sinnkonzepts nicht mehr sinnvoll gedeutet werden können. Wenn beispielsweise ein Animist den Geistern ein Opfer bringt, damit seine Jagd erfolgreich wird, und er kommt dennoch ohne Beute nachhause, muß er seine Enttäuschung hinnehmen .Es ist möglich , dass er diese Enttäuschung in sein Sinnkonzept integrieren kann , indem er sich den Mißerfolg etwa damit erklärt, daß sein Opfer nicht groß genug war oder irgendwelche anderen Umstände die Geister ungnädig stimmten oder gar Hexerei im Spiel ist. Besteht dagegen die Enttäuschung in der Erkenntnis , dass das Opfer an die Geister grundsätzlich nichts zur Lösung der Lebensprobleme beiträgt, weil es keine Geister gibt, dann kann diese Erkenntnis nicht mehr in das bisherige Sinnkonzept integriert werden. Statt dessen stellt sich Ratlosigkeit ein , was den Umgang mit der Welt angeht. Die Folge ist eine existenzielle Sinnkrise, d.h. der Zweifel daran, dass überhaupt eine sinnvolle Beziehung zwischen Subjekt und Welt stattfinden kann. Das Individuum verliert seinen Rollenstatus, weil das Rollenspiel des Lebens nicht mehr gespielt werden kann. 

mit freundlicher Genehmigung zum Abdruck des WBG. 

Folgen von Sinnkrisen

eine der Folgen ist Angst. Nicht Furcht. Nach KIEERKEGARD gibt es da einen Unterschied.
Der Mensch ,der sich fürchtet ,hat zumindest eine Ahnung wovor er sich fürchtigt. Vor dem nächsten Bombenangriff, einer Klausur, die er wiederbekommt, der Besuch der Schwiegermutter....
Angst hingegen bezieht sich dagegen nicht auf konkrete Gefahren. Sie ist ein eigenständiges unbestimmtes Lebensgefühl, dass oft gerade dann zutage tritt , wenn keine konkreten Gefahren erkennbar sind . Letzter Horizont der Angst ist die eigene Existenzvernichtung , der Tod.(Kunz.O.J.)
An dieser Stelle sei gefragt , soll ich weiter machen ? 
oder überlasse ich es euch ,sich eigene Gedanken zu machen ?

Bitte teilt mir eure Gedanken dazu mit . 
Ich lese sie gerne und freue mich auf Anregungen und /oder Kritik. E.B.