Sonntag, 27. Oktober 2013

Wandrer´s Nachtlied




 "Über allen Gipfeln 
ist Ruh,
In allen Wipfeln 
spürest du 
kaum einen Hauch,
Die Vögeleien schweigen im Walde.
Warte nur, balde
ruhest du auch ." 1815 von Johann Wolfgang von Goethe

Um die genaue Wiedergabe  dieses schönen Gedichts von Goethe streiten sich heute noch die Gelehrten und vergessen dabei völlig den Inhalt dieser paar Zeilen. Vermutlich schrieb er es am 6.September des Jahres 1780 an eine Bretterwand mit Bleistift ,eines kleinen Jagdhauses auf dem Kickelhahn bei Ilmenau. Er selbst war zu dem Zeitpunkt schon ein älterer Herr ,der seine besten Jahre hinter sich hatte .
Vielleicht dachte er beim Verfassen dieses Gedichtes auch an jemand anderen als sich selbst . An seine verlorene Jugend , an seine verflossene Liebe (Minna Herzlieb), oder einfach an die verflossene Lebenszeit ,die nicht zurückzuholen ist.
Ich habe dieses Gedicht zum ersten mal als Kind gehört von meinem Opa . Wir saßen damals zusammen auf einem Hochsitz in dieser Jahreszeit und beobachteten eine Wildschweinrotte bei ihrem nächtlichen Tun....
Dort habe ich auch das erstemal einen Schluck von Opa´s  "Tee " getrunken ;
mir wurde es richtig warm ums Herz . Viele Jahre später erfuhr ich ,dass Opa´s Tee 
ein Grog war ,den er immer bei solchen Ausflügen mit sich führte . 

Heute wird mir immer noch warm um´s Herz wenn ich dieses Gedicht höre ,auch ohne Grog. :)